IMMUNABWEHR

Leistung der gesetzlichen
Krankenversicherungen

Die Kosten der Antikörperspiegel und der zelluläre Immunstatus sind nur bei gravierenden Erkrankungen
Kassenleistung.

Empfohlene Individuelle
Gesundheits-Leistungen (IGeL)

• Bestimmung der Antikörperspiegel
zur Definition der nicht-zellulären Abwehr
• Bestimmung des zellulären Immunstatus zur Definition der zellulären Abwehr

Immunabwehr_igelWir werden täglich mit einer Vielzahl an Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten konfrontiert, die zum Teil auch gefährliche Infektionen hervorrufen können. Um solche Infektionen zu verhindern oder zu bekämpfen, besitzt der Körper eine Immunabwehr. Sie ist ein komplexes System von Molekülen und Zellen – mit der Fähigkeit, zwischen "selbst" und "fremd" bzw. "gefährlich" und "harmlos" zu unterscheiden und daraufhin Gefahren für den Körper abzuwehren. Das Immunsystem beseitigt aber auch Schadstoffe, die mit der Nahrung oder beim Einatmen in den Körper gelangen, und es vernichtet entstehende Krebszellen.

Wie funktioniert unsere Immunabwehr?

Zwei Abwehrmechanismen charakterisieren die Immunabwehr: Nach dem Motto „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ funktioniert die spezifische Abwehr. Sie richtet sich gegen bestimmte Antigene, deren Bekämpfung der Körper im Laufe des Lebens erlernt hat – meist, nachdem er mit diesen Krankheitserregern das erste Mal in Kontakt gekommen ist. „Hier wird nicht lange gefackelt!“, sagt sich die unspezifische Abwehr. Sie richtet sich gegen alle „Fremdlinge“ im Körper. Ihre Mechanismen sind angeboren. Das Immunsystem wird allerdings auch da aktiv, wo Ärzte im Rahmen einer Therapie fremde Zellen in einen Organismus einbringen, z. B. bei Bluttransfusionen oder Organtransplantationen.

Nur in seltenen Fällen gibt es angeborene Veränderung des Abwehrsystems. Sie können in jedem Bereich der Immunabwehr auftreten und werden in der Regel im frühen Kindesalter erkannt. Viel häufiger sind die im Laufe des Lebens erworbenen Abwehrschwächen: Verantwortlich dafür sind häufig verschiedene Grunderkrankungen, die Behandlung mit bestimmten Medikamenten (Chemotherapie, Kortisonpräparate) oder Umweltgifte. Besonders chronische Erkrankungen schwächen die Immunabwehr. Diese Patienten sind meist sehr anfällig für Infekte oder Tumorerkrankungen.

Für wen ist die Untersuchung der Immunabwehr sinnvoll?

Leiden Sie an chronischen Erschöpfungszuständen? Sind Sie bei jeder Erkältungswelle betroffen? Hatten Sie in letzter Zeit häufig eine Infektionskrankheit? Dann sollten Sie sich einer umfassenden Untersuchung ihrer Immunabwehr unterziehen. Nicht selten stellen die Ärzte dann fest, dass einseitige Ernährungsgewohnheiten zu einer Mangelernährung geführt haben und deshalb die Abwehr schwächen. Liegen andere Gründe vor, kann Ihr Arzt eine gezielte Therapie einleiten. Aber auch für Personen, die an einer angeborenen Immunmangel-Erkrankung leiden, sind die Tests sinnvoll. Sie sollten ebenso wie Tumorpatienten, die bereits in Behandlung sind, regelmäßig ihre Abwehr überprüfen lassen.

Welche Tests geben Auskunft über das Immunsystem?

Hochspezifische Labortests geben über das Immunsystem Auskunft. Ein großes Blutbild bildet die Basis für die Beurteilung der zellulären Abwehr. Besonders aussagekräftig sind dabei die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und von diesen wiederum die für die Abwehr zuständigen Lymphozyten. Neueste labordiagnostische Techniken ermöglichen die Definition dieses so genannten zellulären Immunstatus. Ebenso wie beim großen Blutbild kommt die lasergesteuerte Einzelzellen-Erkennung zum Einsatz. Hierbei werden die verschiedenen Lymphozyten-Typen anhand unterschiedlicher Zelloberflächenmerkmale differenziert. Die nicht-zelluläre Abwehr wird durch die Bestimmung der Spiegel der Immunglobulinklassen A, G und M mit hochspezifischen immunologischen Verfahren bestimmt.