IMPFSCHUTZ UND REISEMEDIZIN

Leistung der gesetzlichen
Krankenversicherungen

Die gesetzlichen Krankenversicherungen
übernehmen die Kosten für allevon der ständigen Impfkommission
am Bundesgesundheitsamt empfohlenen Standardimpfungen. Ebenso sind Impfschutzüberprüfungen der Standardimpfungen Kassenleistung. Impfungen im Rahmen von Fernreisenund deren Impfschutzüberprüfungenmüssen von den Versicherten selbst
getragen werden.

Empfohlene Individuelle
Gesundheits-Leistungen (IGeL)

Individuelle Impfschutzüberprüfung,
insbesondere vor Fernreisen

Während die Impfraten bei Säuglingen hoch sind, werden Erwachsene zunehmend „impfmüde“. Die Sorglosigkeit über den eigenen Impfschutz steigert nicht nur das persönliche Gesundheitsrisiko. Sie birgt auch die Gefahr, dass vermeintlich eingedämmte Infektionskrankheiten erneut aufflackern. Dabei sind Ängste vor Impfungen unbegründet. Hochwirksame Impfstoffe mit äußerst geringen Nebenwirkungsraten zeigen, dass der Nutzen von Schutzimpfungen die sehr seltenen Probleme bei weitem überwiegt.

Standardimpfungen

Jeder Erwachsene in Deutschland sollte in seinem Leben mindestens dreimal gegen Diphtherie, Tetanus und Kinderlähmung (Polio) geimpft worden sein. Der Impfschutz gegen Diphtherie und Tetanus muss alle zehn Jahre aufgefrischt werden, gegen Polio nur bei Bedarf. Sie erinnern sich nicht an Ihre letzte Impfung? Der Impfpass ist beim Umzug verloren gegangen? Kein Problem. Eine einfache Blutuntersuchung genügt, um festzustellen, ob eine einmalige Auffrischungsimpfung oder eine komplette Grundimmunisierung erforderlich ist, oder wie lange ein bestehender Impfschutz noch anhält. Für bestimmte Personen sind zu den üblichen Grundimpfungen noch weitere Immunisierungen
zu empfehlen:

  • Ab 60 sollten Impfungen gegen Grippe und Pneumokokkenerkrankungen (bakterielle Lungenentzündungen) das Portfolio ergänzen.
  • Für Personen, die im medizinischen Bereich oder in der Altenpflege arbeiten, sind Impfungen gegen Hepatitis A- und Hepatitis B-Viren sinnvoll.
  • Wer in einem Gebiet lebt, in dem die von Zecken übertragene Hirnhautentzündung Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) häufig auftritt, kann sich durch eine Impfung schützen.

Bevor es auf Reisen geht ...

Zu den wichtigsten Reisevorbereitungen, wenn es ins Ausland und vor allem in tropische und subtropische Gebiete geht, gehören Schutzimpfungen. Häufige Infektionskrankheiten bei Reisen nach Asien, Afrika, Mittel- oder Südamerika sind Reisedurchfall und Malaria – eine sehr ernst zu nehmende und weit verbreitete Tropenkrankheit. Gegen diese Erkrankungen sind keine Impfungen möglich. Gegen andere Infektionskrankheiten, die in warmen Ländern häufig auftreten, können Sie sich wirkungsvoll schützen. Es gibt Impfungen gegen

  • Diphtherie,
  • Frühsommerhirnhautentzündung (FSME),
  • Gelbfieber,
  • Grippe (Influenza A+B),
  • Hepatitis A und B,
  • Masern,
  • Menigokokken- und Pneumokokken-Erkrankungen,
  • Poliomyelitis (Kinderlähmung),
  • Tetanus (Wundstarrkrampf)
  • sowie Tollwut.

Hier sollten Sie sich rechtzeitig vor Reisen in ein verseuchtes Gebiet impfen lassen. Auch bei diesen Impfungen bringt eine vorherige Blutuntersuchung Klarheit über Ihren derzeitigen Immunstatus. Sprechen Sie im Rahmen Ihrer Reiseplanung mit Ihrem Hausarzt. Einige Impfungen müssen mehrere Wochen vor Beginn der Reise durchgeführt
werden, damit der Impfschutz zum Zeitpunkt der Abreise vorhanden ist. Auch kann eine Impfvorschrift (z. B. gegen Gelbfieber) in einem Land als Voraussetzung für die Einreise bestehen. Auskunft geben hierzu auch die Tropeninstitute oder das Zentrum für Reisemedizin des Bundesgesundheitsamtes BZGA.